Sonderermittlerin soll mutmaßliche Gruppenvergewaltigung an US-Eliteuni untersuchen
Rund zwei Jahre nach einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der US-Eliteuniversität Cornell hat der Bundesstaat New York eine Sonderermittlerin berufen. Gouverneurin Kathy Hochul betraute die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James mit dem Fall. Beide wollten am Freitag vor die Presse treten.
Eine frühere Studentin der Cornell-Universität hatte angegeben, sie sei im Oktober 2024 von sieben Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi mit dem Narkosemittel Ketamin betäubt und dann vergewaltigt worden. Die zuständige Staatsanwaltschaft entschied jedoch, die Verdächtigen nicht vor Gericht zu stellen.
Hochul erklärte nun, dadurch sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz untergraben worden. Nach einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers gegen die Universität im September entschied die Bezirksstaatsanwaltschaft am Montag, die Ermittlungen wieder aufzunehmen.
Generalstaatsanwältin James soll die Angelegenheit nun unter die Lupe nehmen und "gegebenenfalls alle aus dieser Untersuchung resultierenden Straftaten verfolgen", wie Hochul im Onlinedienst X erklärte. Neue Informationen hätten "ernsthafte Fragen aufgeworfen, wie mit diesem Fall umgegangen wurde". Die Klägerin, die in den Akten "Jane Doe" genannt wird, verdiene Gerechtigkeit.
Die Universität Cornell hatte die Studentenverbindung nach den Vorwürfen verboten und einige der beteiligten Studenten suspendiert. Einige von ihnen wurden später der Universität verwiesen.
James wurde unter anderem mit Ermittlungen gegen Präsident Donald Trump und den ehemaligen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo bekannt.
L.Schuster--BP