Badische Presse - 14 Tote bei russischem Raketenangriff auf Wohngebäude im Norden der Ukraine

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14 Tote bei russischem Raketenangriff auf Wohngebäude im Norden der Ukraine
14 Tote bei russischem Raketenangriff auf Wohngebäude im Norden der Ukraine / Foto: © AFP

14 Tote bei russischem Raketenangriff auf Wohngebäude im Norden der Ukraine

Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebäude im Norden der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet worden. Darunter seien auch vier Kinder, teilten die Rettungsdienste am Mittwoch mit. Landesweit gab es den Angaben zufolge mindestens 20 Tote, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die jüngsten Attacken mit Dutzenden Raketen und mehr als hundert Drohnen als "einen der abscheulichsten Angriffe" seit Kriegsbeginn.

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Das Wohngebäude wurde in Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw getroffen und zerstört. 50 Menschen wurden den Rettungsdiensten zufolge verletzt. 15 weitere Menschen hätten gerettet werden können. Selenskyj waren die Einsatzkräfte mobilisiert, um Überlebende zu finden.

Zwei weitere Menschen wurden Selenskyj zufolge getötet, als Raketen in Hochhäuser in Dnipro und Krementschuk in der Zentralukraine einschlugen. Jeweils zwei Todesopfer gab es auch bei Angriffen auf Oleksandrija und in Kiew.

Menschen in der Hauptstadt suchten in U-Bahn-Stationen Schutz und schleppten Reisetaschen, Schlafmatten und Decken mit sich. "Wir haben unsere Sachen gepackt und sind hierher gekommen, wir leben direkt nebenan", sagte die auf einem Bahnsteig sitzende Bankangestellte Iryna Rybaltschenko der Nachrichtenagentur AFP. "Ganz Kiew ist in Angst versetzt."

Mit dem Herannahen des Winters sieht sich Kiew verstärkten russischen Angriffen ausgesetzt. Die Angriffe richten sich gegen die Energieinfrastruktur und den Bahn- wie Straßenverkehr der ukrainischen Hauptstadt, darunter auch gegen die Brücken über den Fluss Dnipro. Die Luftalarmsirenen ertönen in Kiew inzwischen ständig sowohl in der Nacht als auch tagsüber.

Wegen der verstärkten russischen Drohnen- und Raketenangriffe befürchten viele Menschen in Kiew einen weiteren Winter mit wenig oder gar keiner Strom- und Wärmeversorgung. Am Freitag hatte Bürgermeister Vitali Klitschko nach Angriffen auf Brücken und Energieanlagen die Situation in der Stadt "extrem dramatisch" genannt und davor gewarnt, dass Kiew "in Stücke gerissen" werde.

Insgesamt feuerte Russland der ukrainischen Luftwaffe zufolge in der Nacht mindestens 50 Raketen und 130 Drohnen auf verschiedene ukrainische Regionen ab. Fünf ballistische Raketen, 39 Marschflugkörper und mehr als hundert Drohnen hätten abgefangen werden können.

Selenskyj hatte in seiner regelmäßigen Videoansprache am Vorabend vor einem "massiven" russischen Angriff insbesondere auf die Energieinfrastruktur des Landes gewarnt. "Die Russen wollten schmerzhaft und demonstrativ zuschlagen", schrieb er am Mittwoch. Ballistische Raketen seien die "größte Herausforderung". Neue Luftabwehrsysteme seien nötig, um der Ukraine bei ihrer Verteidigung zu helfen.

Unterdessen einigten sich die EU-Mitgliedstaaten auf eine hohe Zahl neuer Sanktionen, die das russische Militär und die Rüstungsindustrie des Landes ins Visier nehmen. Von den Strafmaßnahmen sind fast 1600 Verantwortliche und Organisationen betroffen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel sagten. Die Sanktionen sollen beim Treffen der EU-Außenminister am Montag offiziell beschlossen werden.

Die EU hat bisher 21. umfangreiche Sanktionspakete gegen Russland beschlossen. Neben den Paketen wird die Sanktionsliste regelmäßig um neue Verantwortliche und Organisationen erweitert. Ob es ein 22. Sanktionspaket geben wird, wird derzeit in Brüssel diskutiert.

X.Maier--BP