Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Budapest
Lando Norris ist nach seinem Triumph in Budapest der fünfte verschiedene Gewinner dieser Formel-1-Saison und geht mit einem positiven Gefühl in die Sommerpause. Doch nicht nur der Weltmeister fühlt sich nach dem Rennen auf dem Hungaroring wie ein Sieger. Erkenntnisse aus Ungarn.
LANDO NORRIS: Der Weltmeister ließ sich von seinem Fehler in der ersten Runde nicht aus der Ruhe bringen, hielt den Druck auf Teamkollege Oscar Piastri hoch - und war spätestens nach dem Aus des Australiers nicht mehr aufzuhalten. "Das Auto fuhr sich manchmal zwar immer noch furchtbar, aber es war schnell", sagte Norris: "Wir waren auf einem ganz anderem Level." Wenn sein McLaren gut laufe und er "im Flow" sei, könne ihn nichts aufhalten, sagte der Titelverteidiger - der nach der Sommerpause an seinen ersten Saisonsieg anknüpfen will.
KIMI ANTONELLI: Die Aufholjagd bei Temperaturen um die 30 Grad hatte beim italienischen Teenager sichtbare Spuren hinterlassen, die Erschöpfung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Doch der Kraftakt hatte sich gelohnt, mit Platz drei baute der Mercedes-Pilot seinen Vorsprung in der WM gegenüber Lewis Hamilton auf 50 Punkte aus. Zu Saisonbeginn hätte Antonelli "nicht erwartet", dass er sich als Spitzenreiter in den Urlaub verabschieden würde. "Natürlich gibt es noch viel zu tun und viel zu lernen", sagte der Shootingstar, es sei aber "eine gute erste Hälfte" gewesen: "Wir werden weiter Gas geben." Für Teamkollege George Russell lief es dagegen wieder nicht, nach Problemen am Start wurde er nur Siebter. "Das einzig Positive an dem Wochenende ist, wie Kimi am Ende gekämpft hat", sagte Teamchef Toto Wolff bei Sky: "Das war wirklich gut."
NICO HÜLKENBERG: Es ist geschafft! Im elften Anlauf klappte es für den Emmericher endlich mit Zählern für Audi, in Ungarn belegte er Rang neun. Es sein "ein großartiges Gefühl, endlich die ersten Punkte der Saison geholt zu haben", sagte Hülkenberg: "Wir wussten immer, dass das Potenzial da war. Daher ist es wirklich befriedigend, endlich das ganze Wochenende über alles unter einen Hut zu bringen und dafür belohnt zu werden." Mit Punkten auf dem Konto wolle er nun die Sommerpause nutzen, um die ersten Audi-Monate "zu analysieren".
MAX VERSTAPPEN: Der Niederländer konnte sein Glück kaum fassen. "Wie zum Teufel bin ich hier gelandet?", fragte der viermalige Champion, der über seinen überraschenden zweiten Platz "schockiert" war. Schließlich hatte Verstappen das ganze Wochenende über seinen lahmenden Red Bull geflucht, "unfahrbar" sei der Wagen gewesen. Am Ende stand aber das dritte Podium in den letzten vier Rennen auf der Ergebnisliste. Zufrieden gibt er sich damit aber nicht. "Wir müssen mehr Leistung herausholen", sagte Verstappen: "So einfach ist es letztendlich."
FERRARI: Mit großen Sieghoffnungen in das Wochenende gegangen, entwickelte sich das Rennen auf dem Hungaroring zu einem Desaster für die Scuderia. Die Krönung war die Fünf-Sekunden-Strafe für Hamilton, der um 0,1 km/h zu schnell in der Boxengasse gewesen war. So reichte es für den Rekordweltmeister nur zu Platz fünf, Teamkollege Charles Leclerc wurde Vierter. "Es ist natürlich frustrierend, so wenig mitzunehmen, obwohl das Potenzial da war", sagte Hamilton, der in den letzten Rennen "zu viele Punkte liegen gelassen habe. Aber ich liege immer noch auf dem zweiten Platz in der Meisterschaft, es ist noch ein langer Weg vor uns, und es gibt noch jede Menge Chancen."
S.Fritz--BP