Silberner Hummel glaubt ans große Ding: "Gold wird kommen"
Merlin Hummel hatte seine Silbermedaille noch nicht einmal um den Hals hängen, da nahm er schon die nächsten und größeren Ziele ins Visier. "Ich bin so, so dankbar, wie schnell ich an diesem Punkt angekommen bin. Vor drei Jahren hätte ich noch gedacht, das ist utopisch", sagte der Vizeweltmeister, der nun auch Vize-Europameister im Hammerwerfen ist: "Und die Goldmedaille wird noch kommen."
Ein Jahr nach seinem Silbercoup bei der WM in Tokio, als er einen Zauberwurf auf 82,77 m auspackte, biss sich der 24-Jährige im packenden wie schwierigen EM-Finale von Birmingham durch. Bis zum fünften Durchgang ging nicht allzu viel beim gebürtigen Bayern und jetzigen Wahlhessen, dann schleuderte er den Hammer auf 81,74 m - und rückte von Platz fünf auf zwei vor. Nur der überragende Ungar Bence Halasz (84,25) lag vor ihm.
Eine Zitterpartie auf dem Weg zur Medaille also? Sah Hummel anders. "Ich hatte die ganze Zeit im Kopf, dass ich das schaffe", sagte er ganz entschieden: "Und auch egal was im Wettkampf gekommen ist, ich war immer in dem Zustand: Ich schaffe das."
Gut, ein paar mentale Tricks waren dabei. Zwischenzeitlich saß Hummel einsam auf dem Boden und meditierte. "Ja, ich war kurz im meditativen Zustand", sagte er: "Aber eigentlich war ich das im ganzen Wettkampf. Der Sinn einer Meditation ist immer wieder zurückzukommen. Und im Wettkampf habe ich mich bestimmt hundertmal zurückgeholt."
Nun ist Hummel also der doppelte "Vize-King of the Ring", in Europa wie auf der Welt. Und liegt weit vor seinem Zeitplan. "Weltspitze war ein Ziel, was ich mir für in fünf Jahren vorgenommen habe", sagte er, "und an das ich vor zehn Jahren noch nie dran gedacht hätte."
Und da ist noch eine Menge Zeit und Raum für Verbesserung: Hummel ist mit 24 für einen Hammerwerfer noch jung, wird es auch noch bei der WM 2027 und bei Olympia 2028 sein. Und Gold, das hat er ja nun versprochen, wird schon noch kommen.
K.Wolf--BP