Badische Presse - Drama zum Abschied: Lange bei Luis-Sieg mit Krämpfen raus

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Drama zum Abschied: Lange bei Luis-Sieg mit Krämpfen raus
Drama zum Abschied: Lange bei Luis-Sieg mit Krämpfen raus / Foto: © picture-alliance/Ingo Kutsche/SID

Drama zum Abschied: Lange bei Luis-Sieg mit Krämpfen raus

Patrick Lange hat den Traum vom vierten Triumph auf Hawaii nach einem persönlichen Drama vorzeitig begraben müssen. Der Routinier wurde nach starkem Schwimmen auf der Radstrecke nach und nach durchgereicht, musste schließlich von Krämpfen geplagt aufgeben - und erlebte einen ganzen bitteren Abschied vom Ironman-Mekka. Nach 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen siegte stattdessen überraschend der Franzose Vincent Luis vor Gustav Iden aus Norwegen und dem US-Amerikaner Matthew Marquardt.

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"Es ist eines der härtesten Did not Finishs in meinem Leben", sagte Lange im ZDF: "Ich hatte Krämpfe, die nicht mehr aufgehört haben. Ich habe literweise Wasser und Elektrolyte in mich reingekippt, aber es hat nicht locker gelassen. Es ist einfach immer schlimmer geworden." Es sei für ihn "unvorstellbar" gewesen, in diesem Zustand noch einen Marathon zu laufen. Deswegen sei die Aufgabe "auch die richtige Entscheidung".

Erstmals fuhr Lange nach gut 65 Kilometern an den Straßenrand, fasste sich an den linken hinteren Oberschenkel und radelte nach minutenlanger Beratung mit seinem Trainer Ben Reszel erstmal weiter. Nach dem unfreiwilligen Zwischenstopp bewegte sich Lange schon auf Plätzen jenseits der 40, jegliche Chancen auf eine Spitzenplatzierung waren dahin. Nach 96 der insgesamt 180,2 Radkilometer ging es dann endgültig nicht mehr weiter, bei der Wende in Hawi war Schluss.

Beim siebten Start auf seiner Lieblingsinsel musste der Hesse zum zweiten Mal nach 2019 aussteigen. Nur wenige Stunden nach seinem Aus stand er als Volunteer an der Strecke und verteilte Flaschen an die Teilnehmer. "Ich habe mich entschieden, wenn ich schon nicht die Finish Line respektieren kann, dann möchte ich zumindest Energie zurückgeben und an der Strecke mithelfen, um es denen leichter zu machen, die die Finish Line sehen werden", erklärte Lange.

Er habe bereits bei seiner Aufgabe im April beim Ironman Texas ähnliche Probleme gehabt. "Ich weiß nicht, woran es liegt", betonte Lange. Die vorangegangene Austragung der Männer auf Hawaii hatte er im Jahr 2024 gewonnen, zuvor triumphierte er bereits 2017 und 2018 auf Big Island. Mit einem vierten Erfolg hätte der Hesse zum alleinigen deutschen Rekordhalter vor Jan Frodeno aufsteigen können. Doch es bleibt bei drei Gold-, einer Silber- sowie einer Bronzemedaille bei Weltmeisterschaften.

Die Insel habe ihm "so viel gegeben, dass ich sehr dankbar bin. Die Erfolge werden irgendwann dieses Did not Finish hoffentlich überstrahlen", betonte Lange. Bereits im Juli hatte er sein Karriereende angekündigt, nach dem Drama von Hawaii bestreitet er sein endgültig letztes Rennen im kommenden Juli bei der Challenge Roth.

A.Haas--BP