Badische Presse - Metall- und Elektroindustrie: IG Metall pocht auf fünf Prozent mehr Geld

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Metall- und Elektroindustrie: IG Metall pocht auf fünf Prozent mehr Geld
Metall- und Elektroindustrie: IG Metall pocht auf fünf Prozent mehr Geld / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Metall- und Elektroindustrie: IG Metall pocht auf fünf Prozent mehr Geld

In der anstehenden Tarifrunde für 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie pocht die IG Metall auf deutliche Verbesserungen: Der Vorstand der Industriegewerkschaft beschloss am Mittwoch die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und einer tariflichen Gewinnbeteiligung für "Boom-Unternehmen", wie die IG Metall mitteilte. Außerdem soll es eine "tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung" geben.

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Die IG Metall gehe "mit kämpferischem Realismus in die Verhandlungen", kündigte Gewerkschaftschefin Christiane Benner an. "Verzicht bringt nichts voran. Statt Krisenrhetorik, Angriffen auf soziale Standards und Schwarzmalerei erwarten die Beschäftigten sichere Jobs, Ausgleich für gestiegene Preise und einen gerechten Anteil an den Gewinnen der Unternehmen", erklärte sie. "Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen akzeptieren wir nicht."

Bereits am Dienstag hatten die Bezirke der IG Metall die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten als Beschlüsse ihrer Tarifkommissionen mitgeteilt - nun beschloss dies auch der Gewerkschaftsvorstand.

Die Arbeitgeberseite hatte die Forderungen am Dienstag als "realitätsfern" zurückgewiesen. Für die Arbeitgeber gehe es derzeit vor allem darum, die Kosten zu senken, erklärte Südwestmetall. "Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können und somit möglichst viele Arbeitsplätze im Land erhalten bleiben", argumentierte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter Sebastian Krause.

Die IG Metall hob am Mittwoch indes hervor, dass der Auftragsbestand in zwei Dritteln der Unternehmen laut Erhebungen der Gewerkschaft "gut oder sehr gut" sei. Einen Auftragsboom gibt es demnach insbesondere bei Herstellern von Schiffen und Schienenfahrzeugen sowie in der Medizintechnik, in der Luft- und Raumfahrt und im Rüstungsbereich. Bei einem Drittel der Unternehmen - vor allem in der Autoindustrie oder im Maschinenbau - sei die Auftragslage hingegen "schlecht bis sehr schlecht".

Das Forderungspaket der Gewerkschaft sei vor diesem Hintergrund "verantwortungsvoll, gerecht und passgenau", erklärte IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski. "Wir bieten und verlangen von den Arbeitgebern tariflich Antworten für die vielfältigen wirtschaftlichen Situationen: vom Krisen- bis zum Boom-Betrieb".

Die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn soll demnach insbesondere steigende Lebenshaltungskosten der Beschäftigten abfedern - und gleichzeitig auch die Binnenkonjunktur stützen. "Wer Aufschwung will, braucht Kaufkraft", erklärte Boguslawski.

Zudem will die IG Metall demnach sicherstellen, dass in Krisenunternehmen die Instrumente für Beschäftigungssicherung und Zukunftsinvestitionen ausreichen. "Beschäftigte verzichten dort bereits auf tarifliche Leistungen, ermöglichen den Wandel und sichern Arbeit", führte Boguslawski aus.

Ein neues Thema für die Gewerkschaft ist die Forderung nach einer im Flächentarifvertrag verankerten Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten in Betrieben mit einer guten wirtschaftlichen Lage. "Wer außergewöhnlichen Erfolg erarbeitet, soll auch am Erfolg beteiligt werden", begründete dies Tarifvorständin Boguslawski.

Die von den IG Metall-Bezirken regional geführten Tarifverhandlungen für die Metall und Elektroindustrie starten ab dem 7. Oktober. Die Friedenspflicht endet nach Gewerkschaftsangaben mit dem 31. Oktober; ab 1. November seien Warnstreiks möglich.

K.Wolf--BP